Zum Internationalen Tag des Übersetzens hat sich das Polizeipräsidium Konstanz etwas Besonderes einfallen lassen: Ausgewählte Pressemeldungen gab es am Mittwoch zusätzlich in Jugendsprache. Bei einem Fall verzichteten die Beamten aber ganz bewusst darauf.
Amtsdeutsch ist nicht unbedingt die Sprache, mit der man junge Menschen erreicht. Das weiß auch das Polizeipräsidium Konstanz, und hat deshalb am Mittwoch, dem Internationalen Tag des Übersetzens, einen Versuch gewagt 👀: Auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte es einige Meldungen der vergangenen Tage zweimal, einmal wie gewohnt sachlich und einmal „übersetzt“ in Jugendsprache. Damit auch die jüngeren Follower die Pressehighlights problemlos verstehen, wie die Polizei augenzwinkernd schrieb. Und fragte gleich selbst: „Ob wir damit wirklich slayen?“ 😅
🌊 Bis zum Bauch im Schlamm
Den Anfang machte eine 74-Jährige, die am Dienstagnachmittag am Bodenseeufer bei Moos bis zum Bauch im Schlamm eingesunken war. Noch bevor die Rettungskräfte eintrafen, konnte sie sich selbst befreien und blieb unverletzt. In der Übersetzung der Polizei wurde daraus: Aus entspannt am Bodensee wurde ganz schnell bodenlos 😳, die Frau steckte „literally“ fest, hat sich am Ende aber selbst herausgekämpft. „Krise erfolgreich gecancelt. Stabil!“ 💪
🔫 Softairwaffe im Zug
Auch ein 26-Jähriger, der mit einer Pistole im Hosenbund in einen Zug Richtung Radolfzell gestiegen war, bekam seine eigene Fassung. Mehrere Fahrgäste hatten die Polizei alarmiert, die ihn am Bahnhof kontrollierte. Die Waffe entpuppte sich als Softairpistole, sie wurde sichergestellt, und der Mann erhält eine Anzeige. Für die Polizei eine klare Sache: „Maximal sus“ 👀, die Softairwaffe der „Plot Twist“, aber „trotzdem kein Flex“ 🚫.
🔥 BMW brennt bei Deißlingen
Aus unserer Region schaffte es der Fahrzeugbrand bei Deißlingen in die Auswahl. Ein 43-Jähriger hatte am Mittwochmorgen Rauch an seinem BMW bemerkt und angehalten, kurz darauf stand das Auto komplett in Flammen. Der Fahrer konnte rechtzeitig aussteigen und blieb unverletzt, vermutlich war ein technischer Defekt die Ursache. Die Polizei nannte das rechtzeitige Aussteigen kurz und knapp: einen „Ehrenmove“ 😮💨.
Bei einem Fall bleibt es ernst
Eine Meldung ließ die Polizei jedoch bewusst unübersetzt: den Fall einer Frau, die am Samstagvormittag auf dem Friedhof in Blumberg von einem Unbekannten sexuell belästigt wurde. Der Mann hatte sich vor ihr entblößt, die Frau konnte sich aus der Situation befreien, der Täter flüchtete in Richtung Pommernweg. „Manche Themen brauchen keine Jugendsprache, sondern den nötigen Ernst“, schrieb die Polizei dazu.
Die Kriminalpolizei sucht in diesem Fall weiter Zeugen. Der Gesuchte ist etwa 25 Jahre alt, rund 1,75 Meter groß und schlank. Er trug schwarze Kleidung und einen schwarzen Rucksack. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 07721 6010 entgegen.
👮♀️ Ab Donnerstag wieder sachlich 👮♂️
Wer jetzt befürchtet, die Polizei werde ihre Meldungen künftig nur noch mit „cringe“ und „Plot Twist“ verfassen, kann beruhigt sein. Nach dem Ausflug in die Jugendsprache bleibe man der eigenen Linie treu, versicherte das Präsidium: Eine sachliche, neutrale und professionelle Berichterstattung sei und bleibe selbstverständlich. Zum Tag des Übersetzens habe man sich lediglich eine kleine Ausnahme erlaubt 😉. Ab Donnerstag gebe es die Meldungen wieder wie gewohnt: „Versprochen.“
📚 Warum der 30. September?
Der Internationale Tag des Übersetzens wird jedes Jahr am 30. September begangen, dem Gedenktag des heiligen Hieronymus, der die Bibel ins Lateinische übersetzte. Seit 2017 ist er auch von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt. Er soll die Arbeit von Übersetzerinnen, Übersetzern und Dolmetschern würdigen, die Menschen über Sprachgrenzen hinweg verbinden 🌍, auch wenn es diesmal nur die Grenze zwischen Amtsdeutsch und Jugendsprache war.
Quelle: Polizeipräsidium Konstanz
